Über den Tellerrand?

Im Moment häuft sich bei mir die Arbeit, unter anderem stecke ich noch immer tief in der Überarbeitung zu „Märchentod“, bastle an einer neuen Erotikbuchreihe, recherchiere für einen weiteren Thriller und sitze an einer Übersetzung. Ich habe also gut zu tun 😉

Damit ich aber nicht irgendwann am Schreibtisch festwachse, geht es ab und an mal raus. Und bei einem dieser Spaziergänge fiel mir auf, wie sehr Autoren eigentlich in ihrem eigenen Klüngel stecken. Es ist meist nicht nur der Schreiber und sein Buch, sondern ein Mikrokosmos an Leuten, der an so einem Buch beteiligt ist. Ich meine jetzt nicht Lektoren, Verlage etc., die auf jeden Fall auch wichtig sind, aber die erst später ins Spiel kommen. Ich meine die ganzen Leute, die uns Autoren helfen, eine Geschichte zu entwickeln. Fast jeder Schreiber hat so genannte Beta- oder Testleser. Aber fast jeder Schreiber hat auch Bekannte oder Freunde, die selbst schreiben oder sich mit der Buchwelt beschäftigen, und mit denen er über neue Ideen entwickelt, sich ausheult, wenn die Geschichte stockt, oder die einen aufbauen, wenn einem das eigene Buch mal wieder um die Ohren fliegt. Diese Menschen sind unschätzbar wichtig, aber ich frage mich, ob es nicht auch einfach sehr bequem ist? Sollte man sich zuweilen mal mit Menschen über das eigene Buch oder das Schreiben austauschen, die einem bei dem Thema gar nicht sofort in den Sinn gekommen wären? Um neuen Input, ganz neue, unbekannte Sichtweisen zu finden? Versteht mich nicht falsch, ich halte es für sehr wichtig und gut, dass man die vertrauten Büchermenschen um sich hat (ich möchte meine um nichts auf der Welt eintauschen!), aber manchmal frage ich mich, ob es nicht mal hilfreich wäre, über den Tellerrand hinaus zu schauen.

Was meint ihr?

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Faustregeln oder Eins auf die Zwölf

Ab und an betätige ich mich ja als Workshopleiter und mein größtes Problem dabei ist IMMER, wie ich die wichtigsten Sachen prägnant und treffend zusammenfasse.

Jetzt habe ich gemerkt, dass ich mich völlig umsonst bekloppt gemacht habe, denn die Autorie Carrie Vaughn (Erfinderin der großartigen Kitty – einer Werwölfin, die sich ihre Brötchen als Radiomoderation verdient) hat das schon längst geschafft! Und weil sie ein echtes Goldstück ist, hat sie eine kleine Liste der Do’s und Dont’s der kreativen Arbeit ins Netz gestellt.

Here you go: Writing (and other creative lessons) from face off

Sopa/Pipa und was das für uns heisst

Jeder, der gestern im Internet seinen liebsten Webcomic/Wikipedia/sonstige Homepage in Sachen Spaß, Musik und Lebensqualität aufrufen wollte, fand meist eine schwarze Seite oder rote SOPA (Stop Online Piracy Act) Schilder vor. Damit sollte ein Zeichen gegen den Gesetzentwurf gegen Internet Piraterie gesetzt werden. Weitere Infos dazu HIER

Das Thema wurde schon oft und viel diskutiert und es gibt Befürworter, ebenso wie Gegner. Ich persönlich bin der Meinung (nur meine Meinung, reine Subjektivität!!!), dass das SOPA Gesetz ein hinrloser Rundumschlag ist, der im Endeffekt nur Firmen in die Tasche spielt.

Nicht dass wir uns hier falsch verstehen – ich bin kein Freund davon, sich wild aus dem Internet zu bedienen, einfach, weil ich als Autorin zu oft gesehen habe, dass man sich die eBook Versionen meiner Bücher kostenlos in irgendwelchen Foren runterladen konnte. Ich sitze an einem Buch zwischen 3 und 6 Monate, und es tut schon weh, wenn diese Arbeit dann einfach nicht genug respektiert wird und Leute sie einfach, ohne über die Konsequenzen für den Autor nachzudenken, zum Download ins Netz stellt.

Aber ein Gesetz wie SOPA setzt nicht an dieser Stelle an. Es werden hunderte von Webseiten in Mitleidenschaft gezogen, viele davon kreative Arbeiten von Menschen, die sich als Künstler, Musiker, Autoren o.ä. zeigen wollen. Würde SOPA in Amerika durchgesetzt, würde mir sehr viel Input aus dem Netz verloren gehen, und es würde immer noch Seitenbetreiber geben, die meine Bücher als Raubkopie ins Netz stellen. Damit ist mir absolut nicht geholfen.

Hoffen wir also einfach, dass im Senat richtig entschieden wird und Deutschland so einen Irrsinn nicht ins Auge fasst (angesprochen wurde es ja schon mehrmals…)

Frohe Weihnachten oder Ist da noch wer?

Oh Gott, es ist nicht wirklich schon knapp drei Monate her, seit ich das letzte Mal gebloggt habe? Soviel dann zum regelmässigen bloggen *hust* Aber noch ist ja nicht alles verloren, und ich habe zumindest für 2 1/2 Monate eine Ausrede: Ich war in Asien unterwegs, genauer gesagt in Hong Kong, Südkorea und Japan.
Als Ergebnis quillt mein Kopf nun über vor Ideen, auch wenn die sich noch etwas gedulden müssen. Im Augenblick stehen noch drei große Projekte an, mit denen ich mich noch vergnüge. Zu allererst natürlich der Incubus, der Ende des Jahres seinen Abgabetermin hat, damit er Mitte 2012 auch wie versprochen in den Läden liegen kann. Ein Pseudonym steht mittlerweile auch fest – Nina Hunter. Was haltet ihr davon? 😉
Dann darf ich natürlich meine Blood Dragon 02 nicht vergessen! Diesmal wird Radu Hauptperson sein, und ich darf verraten, dass der Gute sehr viel mehr auf dem Kasten hat, als man bisher vermuten durfte. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr es mir ind en Fingern juckt, die Schlüsselszenen in diesem Buch zu schreiben. Hach 🙂
Und bis Februar hat auch mein neuer Erotikroman bei Ullstein Abgabe.

Wenn ich mir das so anschaue, sollte ich für die kommenden Wochen Schlaf erst einmal ersatzlos streichen. Und sowas nennt sich besinnliche Weihnachtszeit.

Egal – ich wünsche euch auf jeden Fall ruhige Festtage im Kreis eurer liebsten Menschen und einen unfallfreien Rutsch ins neue Jahr. Bleibt mir bloss gesund, munter und neugierig. Wir lesen uns im Januar 😀

Neue Erotik, neuer Blog

Es herrschte mal wieder Funkstille, was aber u.a. an diversen reisen quer durch Deutschland und mangelndem Internet lag 😉 Allerdings hat sich auch etwas getan.

Für alle Leser, die wegen meiner erotischen Romane hier sind, gibt es jetzt einen neuen Blog zu Kira Maeda: Seidenfessel Infos zu Seidenfessel, der Blood Dragon Trilogie und allem drumherum sind ab jetzt dort zu finden.

Ebenfalls als News: Auf der Feencon werde ich aus Triskelion: Grenzgänger und dem Incubus lesen. Weitere Infos findet ihr hier: Feencon

Ansonsten kann ich nicht allzuviel Neues verkünden, da ich Schreibtechnisch gerade wirklich ranklotzen muss. Der Incubus soll in zwei Monaten fertig sein, Blood Dragon 02 möchte ich auch starten, und das große Geheimprojekt T muss auch bald in Angriff genommen werden. Viel zu tun? Aber ja. Will ich es anders haben? Ganz sicher nicht 🙂

Schreibratgeber

Ich weiss nicht, ob das die Leser meines Blogs interessiert, aber als Autor ist es ja schon nahezu obligatorisch mal ein bisschen was von dem zusammentragen, was einem beim Erlernen des Handwerkszeugs geholfen hat. Also, here we go 🙂

Ganz oben auf der Liste steht bei mir Stephen Kings Das Leben und das Schreiben (On Writing). Man muß kein King Fan sein, um dieses Buch lesen zu können (auch wenn ich, als King Fan, doppelt viel Spaß beim Lesen hatte). Das Leben und das Schreiben erklärt viel zu den Grundlagen, geht auf Dialoge und Figuren ein und wartet sogar mit einer kleinen Schreibaufgabe zum Thema Perspektive auf. Was mich besonders beeindruckt hat, war die Liebe, mit der King (ehemaliger Lehrer für kreatives Schreiben und Englisch) auf die Sprache eingeht. Grammatik, sonst ein furztrockenes Thema, wird humorvoll und spannend behandelt.

Ein kleines Manko hat das Buch: King geht von seiner eigenen Schreibmethode aus. Er ist ein eingefleischter Bauchschreiber und stellt diese Methode auch vor. Leute, die mehr Planung und Vorarbeit mögen, müssen da ein bisschen umdenken. Denen kann ich aber vorbehaltlos Wort für Wort von Elizabeth George empfehlen. Das war für mich allerdings genau der Grund, warum mir Geogres Buch nicht allzuviel gebracht hat, weil ich kein Plotter, sondern ein Bauchschreiber bin.

Wenn man nach Schreibratgebern googelt, stößt man früher oder später auf James N. Freys Wie man einen verdammt guten Roman schreibt. Ich habe mir das Buch im zarten Alter von 16 Jahren zu Weihnachten gewünscht und, dank verständnisvoller Eltern, auch bekommen. Damals hatte ich noch absolut keine Ahnung vom Schreiben und das Buch gab mir einen ersten, sehr lehrreichen Einblick in das, was das Schreibhandwerk eigentlich ausmacht. Ausprobiert habe ich damals alles, aber bei der Hälfte der Vorgaben („Erstellen Sie einen kompletten Lebenslauf für ihre Charaktere!“) habe ich schnell bemerkt, dass es nicht zu meiner Arbeitsweise passt. Daher würde ich das Buch nur Leuten empfehlen, die wirklich noch nicht viel gemacht haben und die Basics erlernen und ausprobieren wollen.

Ein wenig spezieller aber absolut grandios ist Passionate Ink ein Schreibratgeber von Angela Knight, der sich mit dem erotischen und romantischen Schreiben befasst. Das Buch ist leider nur auf Englisch erhältlich, aber ich lege es jedem, der sich in irgendeiner Art mit dem romantischem Schreiben befasst oder befassen möchte, ans Herz. Das Buch wartet mit diversen Interviews, Beispielen und spannenden Themen auf, von Humor bis zum Pseudonym. Großartig!

Zum Schluß noch etwas, was vielen Autoren auch noch nach Jahren Probleme macht: Das Exposé. Zu dem Thema hat Hans Peter Roentgen einen sehr guten Ratgeber geschrieben, namens Drei Seiten für ein Exposé. Anhand vieler Beispiele aus unterschiedlichen Genre zeigt Roentgen sehr schön die Dos und Don’ts des Exposéschreibens. Als Bonbon stellt er auch Exposés bereits veröffentlichter Bücher vor und entlockt im Interview einigen namenhaften Agenten wertvolle Informationen.

12 Dinge über Autoren

Seanan McGuire, eine absolut brilliante Urban Fantasy Autorin (wer es noch nicht getan hat, sollte ihre Toby Daye Reihe lesen :)) hat eine wunderschöne Liste zum Thema „12 Dinge, die man über Autoren wissen sollte“ zusammengestellt. Das Original findet man hier: http://seanan-mcguire.livejournal.com/323570.html
Ich versuche mich mal an einer Übersetzung bzw. kurzen Zusammenfassung ins Deutsche 😉 (Merke: Das da nix meine Liste, das da von Seanan McGuire!)

12. Einen Autor, der gerade ein Buch veröffentlich hat bzw. kurz vor der Veröffentlichung seines Buches steht, zu fragen „Wann kommt denn das Nächste?“ ist, als würde man eine schwangere Frau im neunten Monat fragen „Wann kommt denn das Nächste?“ Nur, dass der Autor nicht im neunten Monat schwanger ist und dir daher höchstwahrscheinlich eine runterhauen wird.

11. Die meisten Autoren wissen nicht, wo ihre Ideen herkommen. Was nicht bedeutet, dass man sie nicht danach fragen könnte. Da wir es selbst nicht wissen, wird die Antwort aber meist eine Lüge sein.

10. Nein, der nette Autor, den du im Bus kennengelernt hast, wird dein Manuskript nicht lesen. Es tut mir leid. Aber der nette Zahnarzt den du im Bus kennengelernt hast, wird dir deine Zähne auch nicht umsonst saubermachen.

9. Ein Autor ist kurz vor der Deadline leicht neurotisch, leicht obsessiv, leicht hysterisch, leicht depressiv und leicht verrückt. Manchmal leidet er nur an einem dieser Symptome, manchmal an allen fünf. Anstupsen und rausfinden, was davon zutrifft, geschieht auf eigenes Risiko.

8. Die meisten Autoren schreiben in einem bestimmten Genre, weil sie es lieben. Einem Romance Autor zu sagen, er/sie sollte mal ein richtiges Buch schreiben ist ein sehr guter Weg um herauszufinden, wie schwer die Tasche oder Handtasche dieses Romance Autors wirklich ist.

7. I would do anything for love, but I won’t do that. (Schönes Lied 😉 Anmerkung Keri) Ich würde alles für Liebe tun, nur das nicht. Allerdings würde ich das zur Recherche tun, denn Recherche ist absetzbar.

6. Autoren, die sagen „Ich bleibe Freitag Abend zu Hause um zu schreiben“ meinen damit nicht „Ich bin einsam, bitte rette mich vor mir selbst.“ Sie meinen damit „Ich bleibe Freitag Abend zu Hause um zu schreiben“. Das gilt umso mehr für Autoren mit einem Vollzeitjob.

5. Jeder, der sagt Schreiben ist keine Arbeit, sollte eine 300-Seiten Manuskript in unter einem Monat überarbeiten. Oh, und es muss danach besser sein als vorher. Wenn du das geschafft hast, kannst du über das Schreiben sagen, was du willst.

4. Autoren tendieren dazu sehr vorsichtig mit ihren Finanzen umzugehen, weil es für sie keine Garantie gibt, wann genau der nächste Gehaltsscheck kommt. Das macht sie so gefährlich in Heimwerkermärkten o.ä.

3. Man sollte sich einem arbeitenden Autor nicht mit den Worten „Erfreut Sie kennenzulernen. Ich habe Ihr letztes Buch gelesen und es war scheisse“, vorstellen. Falls das doch passiert sollte man mit „Ebenfalls erfreut Sie kennenzulernen. Ich hoffe, sie haben eine gute Krankenversicherung“ als Antwort rechnen.

2. Alles könnte in einem Buch auftauchen. Alles. Ja, selbst das. Nein, wir versuchen nicht fies zu sein. So arbeitet unser Gehirn nun einmal.

1. Autoren schreiben, weil wir es müssen. So sind wir nun einmal gestrickt. Also bitte vergebt uns diese Freitag Abende, einverstanden?