Über den Tellerrand?

Im Moment häuft sich bei mir die Arbeit, unter anderem stecke ich noch immer tief in der Überarbeitung zu „Märchentod“, bastle an einer neuen Erotikbuchreihe, recherchiere für einen weiteren Thriller und sitze an einer Übersetzung. Ich habe also gut zu tun 😉

Damit ich aber nicht irgendwann am Schreibtisch festwachse, geht es ab und an mal raus. Und bei einem dieser Spaziergänge fiel mir auf, wie sehr Autoren eigentlich in ihrem eigenen Klüngel stecken. Es ist meist nicht nur der Schreiber und sein Buch, sondern ein Mikrokosmos an Leuten, der an so einem Buch beteiligt ist. Ich meine jetzt nicht Lektoren, Verlage etc., die auf jeden Fall auch wichtig sind, aber die erst später ins Spiel kommen. Ich meine die ganzen Leute, die uns Autoren helfen, eine Geschichte zu entwickeln. Fast jeder Schreiber hat so genannte Beta- oder Testleser. Aber fast jeder Schreiber hat auch Bekannte oder Freunde, die selbst schreiben oder sich mit der Buchwelt beschäftigen, und mit denen er über neue Ideen entwickelt, sich ausheult, wenn die Geschichte stockt, oder die einen aufbauen, wenn einem das eigene Buch mal wieder um die Ohren fliegt. Diese Menschen sind unschätzbar wichtig, aber ich frage mich, ob es nicht auch einfach sehr bequem ist? Sollte man sich zuweilen mal mit Menschen über das eigene Buch oder das Schreiben austauschen, die einem bei dem Thema gar nicht sofort in den Sinn gekommen wären? Um neuen Input, ganz neue, unbekannte Sichtweisen zu finden? Versteht mich nicht falsch, ich halte es für sehr wichtig und gut, dass man die vertrauten Büchermenschen um sich hat (ich möchte meine um nichts auf der Welt eintauschen!), aber manchmal frage ich mich, ob es nicht mal hilfreich wäre, über den Tellerrand hinaus zu schauen.

Was meint ihr?

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