Über den Tellerrand?

Im Moment häuft sich bei mir die Arbeit, unter anderem stecke ich noch immer tief in der Überarbeitung zu „Märchentod“, bastle an einer neuen Erotikbuchreihe, recherchiere für einen weiteren Thriller und sitze an einer Übersetzung. Ich habe also gut zu tun 😉

Damit ich aber nicht irgendwann am Schreibtisch festwachse, geht es ab und an mal raus. Und bei einem dieser Spaziergänge fiel mir auf, wie sehr Autoren eigentlich in ihrem eigenen Klüngel stecken. Es ist meist nicht nur der Schreiber und sein Buch, sondern ein Mikrokosmos an Leuten, der an so einem Buch beteiligt ist. Ich meine jetzt nicht Lektoren, Verlage etc., die auf jeden Fall auch wichtig sind, aber die erst später ins Spiel kommen. Ich meine die ganzen Leute, die uns Autoren helfen, eine Geschichte zu entwickeln. Fast jeder Schreiber hat so genannte Beta- oder Testleser. Aber fast jeder Schreiber hat auch Bekannte oder Freunde, die selbst schreiben oder sich mit der Buchwelt beschäftigen, und mit denen er über neue Ideen entwickelt, sich ausheult, wenn die Geschichte stockt, oder die einen aufbauen, wenn einem das eigene Buch mal wieder um die Ohren fliegt. Diese Menschen sind unschätzbar wichtig, aber ich frage mich, ob es nicht auch einfach sehr bequem ist? Sollte man sich zuweilen mal mit Menschen über das eigene Buch oder das Schreiben austauschen, die einem bei dem Thema gar nicht sofort in den Sinn gekommen wären? Um neuen Input, ganz neue, unbekannte Sichtweisen zu finden? Versteht mich nicht falsch, ich halte es für sehr wichtig und gut, dass man die vertrauten Büchermenschen um sich hat (ich möchte meine um nichts auf der Welt eintauschen!), aber manchmal frage ich mich, ob es nicht mal hilfreich wäre, über den Tellerrand hinaus zu schauen.

Was meint ihr?

Loveletter Convention 2013

Ich muss zugeben, ich war etwas baff, als ich damals die Einladung zur LLC 2013 erhielt. Zwar schreibe ich schon eine Weile erotische Romane mit Liebesgeschichten, aber mit der Schattenseherin ist mein erster paranormal romance Roman in einem großen Verlag erschienen. Ich dachte nicht, dass wirklich Interesse daran bestehen würde, wenn ich auf so einer Convention auftauche. Noch dazu, wenn Autoren der Größe Kerstin Gier, Jeanine Krock und Maya Banks ebenfalls vertreten sind.

Dementsprechend stand ich am 25.Mai auch vor dem Kulturhaus Spandau und war so nervös, wie schon lange Zeit zuvor nicht mehr. Auch wenn Jeanine mich im Vorfeld ganz lieb getröstet und ermutigt hatte, schlug mir das Herz doch bis zum Hals. Was, wenn niemand zur Signierstunde kommen würde? Oder zur Lesung? Oder beim Blind Date einfach enttäuscht aufstehen und weggehen würde? Oder, oder, oder…

Zum Glück hatte ich mich damals nur selbst scheu gemacht. Als ich an meinem ersten Panel teilnahm (Liebe und Lust), merkte ich, wie locker alle miteinander umgingen und wie freundlich der Ton sowohl zwischen Lesern als auch Autoren war. Auch wenn die Themen, die in den verschiedenen Panels diskutiert wurden durchaus auch ernsthaft waren, gab es doch immer etwas zu lachen, was unter anderem auch an Sandra Schwab lag, die wirklich wunderbar durch die Diskussionen geleitet hat.

Auch was die Signierstunde anging, hätte ich mir nicht soviele Sorgen machen müssen. Naja, eigentlich hätte ich anfangen müssen, mir Sorgen zu machen als ich die Menge an Leuten sah, die für die diversen Autoren und Bücher anstanden. So viele Menschen! Aber dank der tollen Betreuung durch die LLC Crew (unter anderem Ruth, die Sandra Henke und mich vor der Signierstunde so lieb mit Saft und Sekt versorgt hat) fühlte ich mich wirklich umsorgt und liebgehabt 🙂

Bild

So richtig toll wurde es dann aber, als die Signierstunde begann! Der Verlag hatte zum Glück reichlich Exemplare der Schattenseherin zur Verfügung gestellt und ich durfte viel davon unter die Leute bringen. Es war schön zu sehen, dass das Thema um meinen kleinen Inkubus wohl doch einige Leute interessiert und mit vielen davon hätte ich am liebsten noch weiter geschnackt, aber die Zeit war einfach zu begrenzt. 😦 Nach der Signierstunde fiel mir zwar fast die Hand ab und ich hatte an meinem Sekt nur kurz genippt, aber das war es allemal wert gewesen! (Ich habe auch bis zum nächsten Tag geglaubt ich hätte nur eine Stunde am Tisch gesessen und signiert; in Wirklichkeit waren es aber zwei Stunden.)

Das Abendessen am Samstag muss ich dann krankheitsbedingt ausfallen lassen, dafür wollte ich am Sonntag aber wieder fit sein. Nervös war ich immer noch, vor allem, als ich mit meiner Lesung dran war, aber zu meiner Beruhigung war die Leselounge nicht leer, als ich rein kam und es ist auch niemand mitten während des Lesens heimlich gegangen 😉

Das anschliessend stattfindende Blind Date, das ich mir mit Aileen P. Roberts und Corinna Bomann teilte, war für mich auch eines der persönlichen Highlights der LLC. Es war absolut inspirierend und schön mit Leuten über Bücher, das Lesen, Verlage und die eigenen Bücher reden zu können. Ich habe viel gelacht und schmolz vor Rührung fast dahin, als mir eine Leserin erzählte, dass sie die Schattenseherin am Vortag bei der Signierstunde bekommen und in der Nacht zur Hälfte durchgelesen hatte. Mir tat es um ihren Schlaf leid, aber mal ehrlich, was kann man sich als Autor mehr wünschen, als den Leser so sehr zu fesseln, dass er die Nacht vergisst? Eben 😉

Anschliessend besuchte ich mit Freunden das Trends Panel und konnte dort einige sehr interessante Denkanstösse mitnehmen.

Nach einem kurzen Mittagessen mit den Mädels von Lyx und diversen Schreib- und Blogger Kollegen ging es dann auch ins Lyx Panel. Die Fragen der Zuschauer waren breit gefächert und mich persönliche freut ja sehr, dass es demnächst weitere Lyx Blankbooks geben wird. (Ich bin Notizbuch süchtig, ich gebs ja zu… ;))

Es wird noch eine Weile dauern, bis ich alle Erlebnisse, Eindrücke und Begegnungen verarbeiten werde (das Zusammentreffen mit Cherry Adair, das Paranormal Panel etc.), aber ingesamt war es ein wunderschönes Erlebnis. Ich muss immer noch lächeln, wenn ich nur daran denke!

In diesem Sinne – bis zur nächsten Tasche, äh, LLC 😉

Bild

LBM 2013

Ich glaube, ich sage das in jedem Jahr, aber die diesjährige Messe war wahnsinnig schön. Ich hänge immer noch ein bisschen im Messeblues und wenn ich an die drei Tage (bzw. vier) in Leipzig denke, ist da ein buntes Gewirr aus Bildern, Stimmen und Büchern.

Und Leute, soviele, tolle Leute! Leider bin ich ständig von Termin zu Termin gewuselt, weswegen ich mit vielen nicht so lange schnacken konnte, wie ich es gerne getan hätte (ob es meinen Gesprächspartnern so ging, sei mal dahin gestellt ;)) und die Hälfte sogar komplett verpasst habe.

Hightlights der Messe waren für mich auf jeden Fall die Veröffentlichung der Tarot Anthologie (inkl. Abholung meines Belegexemplares und des Signierens :)) und mein Gespräch mit xy bzgl. meines Thrillerprojekts. Noch ist nichts entschieden, aber sagen wir mal so, Teilpunkte konnte mein Projekt T schonmal einheimsen.

Ich hoffe, ich kann den bunten Bilderreigen in meinem Kopf demnächst ordnen (und demnächst endlich mal ausschlafen ;))

Faustregeln oder Eins auf die Zwölf

Ab und an betätige ich mich ja als Workshopleiter und mein größtes Problem dabei ist IMMER, wie ich die wichtigsten Sachen prägnant und treffend zusammenfasse.

Jetzt habe ich gemerkt, dass ich mich völlig umsonst bekloppt gemacht habe, denn die Autorie Carrie Vaughn (Erfinderin der großartigen Kitty – einer Werwölfin, die sich ihre Brötchen als Radiomoderation verdient) hat das schon längst geschafft! Und weil sie ein echtes Goldstück ist, hat sie eine kleine Liste der Do’s und Dont’s der kreativen Arbeit ins Netz gestellt.

Here you go: Writing (and other creative lessons) from face off

Support your Fandom! Deutsche Webcomics

Ich bin ein altes Fangirl, ich geb’s ja zu. Schreiben habe ich unter anderem durch Fanfictions gelernt und neben Büchern steckte meine Nase früher immer in Comics (und später auch Mangas). Franko-belgisch, US, Manga – die Verknüpfung von Wort und Bild um eine Geschichte zu erzählen ist für mich unheimlich fazinierend. Ich habe mich mal selbst an ein ähnliches Projekt gewagt, gemeinsam (und angestossen) mit der wunderbaren Ines Korth: http://grauesfell.bplaced.net/

Seit das Internet zum Alltag gehört publizieren viele Comickünstler ihre Werke auch im Internet, das meist völlig unentgeltlich, und trotzdem erscheint ein regelmässiges Update. Gerade in der deutschen Webcomiclandschaft gibt es tolle Geschichten aus dem Alltag, aus anderen Welten und aus irgendwas dazwischen 😉 Und weil ich finde, dass diese Geschichten viel (viel!) zuwenig Aufmerksamkeit bekommen, werfe ich mal mit der Liste meiner Lieblings Webcomics um mich. (Und ich schäme mich nicht einmal dafür ;))

Fehde der Blog

Ines Korth erzählt von ihrem Alltag als Illustratorin und Sherlock Maniac. Ich liebe hier vor allem den feinen Humor in ihren Comics und den wunderbar abgerundeten Strich. Dass Ines auch privat einer meiner Lieblingsmenschen ist sei nur am Rande erwähnt 😉

Das Leben ist kein Ponyhof

Die Comickünstlerin Sara Burrini lebt in einer Kölner WG gemeinsam mit einem Zwergelefanten, einem schwulen Pony namens Butterblume und einem sprechenden Pilz. Okay, La Burrinis Webcomic mag vielleicht nicht hundert Prozent der Wahrheit entsprechen, aber Spaß macht er trotz alledem! 😀

Schlogger

Schlogger erzählt eher unkoventionell über Dinge und Geschnehnisse, die ihr wahlweise auf-, ein- oder gefallen (oder alles zusammen). Das Ganze nennt sie dann Hirnfürze. Pupsen war noch nie so schön!

Heldentage

Die Alltags-4er-Panels des Comicmeisters Flix muss ich wahrscheinlich niemandem mehr vorstellen. Die Liste wäre aber auch zu leer ohne ihn.

Blattonisch

Katja Klengel fiel mir durch ihren Comic in der FAZ auf. Später legte ich mir die gedruckte Ausgabe ihres Webcomics „Blattonisch“ zu (erschienen im Verlag Schwarzer Turm). Ich habe selten so einen eigenwilligen und trotzdem fesselnden Zeichenstil gesehen – eigentlich mag ich sehr klare Linien gerne, aber Katjas Wisch mit dem Tuschestift konnte ich mich einfach nicht entziehen.

Und Last but not Least:

Twisted

Ein neu aktivierter Webcomic von Gabriel deVue. Anders als die vorher vorgestellten Webcomics ist dieser mehr als Comic aufgemacht und erzählt eine Geschichte mit fiktiven Figuren. Mir gefällt vor allem das Düstere, sowohl in den Zeichnungen als auch in der Geschichte.

Ich hoffe, es ist der ein oder andere Webcomic dabei, der euch gefällt 🙂

Autoren zweiter Klasse?

Ich schreibe Erotik und ich schreibe (Urban) Fantasy. Ich mag beide Genre und ich schäme mich nicht dafür, dass ich die Chance habe in beiden Bereichen Bücher zu veröffentlichen. Beide Genre fristen im deutschen Verlagswesen jedoch ein stiefmütterliches Dasein. Es ist für mich nicht neu, dass ich als Autorin dieser beiden Bereiche belächelt oder schlichtweg nicht für voll genommen werde. Das reicht von Menschen, die mit gierig-interesstiertem Gesichtsausdruck fragen „Du bist Schriftsteller? Was schreibst du denn so?“ und sich nach der Antwort mit einem Schulterzucken abwenden bis hin zum aktuellen Beispiel, in dem mir eine fundierte Meinung zum Thema E-Books, illegalen Downloads etc. abgesprochen wurde, weil ich – tadaa – Erotik und Fantasy schreibe.

Ich habe einen Universitätabschluss in Neuer deutscher Literatur, Mediävistik und Linguistik. Ich habe sowohl Aristoteles Lehren zur Poetik gelesen und verarbeitet (ein Buch, dass ich übrigens jedem Schreiber ans Herz legen möchte!) als auch den hermeneutischen Zirkel verstanden und als Stilmittel aufgegriffen. Von Goethe, Schiller, Grass und Kafka muss ich gar nicht erst anfangen.

Mit dem Ziel zu publizieren schreibe ich seit 2004. Seitdem beobachte ich den Buchmarkt intensiv, lese Artikel, Blogs und diverse Foren. Mittlerweile lebe ich vom Schreiben. Ich lese gerne Thriller, Generationenromane, L&L, Nachkriegsliteratur und Biographien.

Und eben auch Erotik und Fantasy. Es ist eine Sache, diese Genre nicht zu mögen. Aber es ist traurig und erbärmlich, die Liebhaber und vor allem Autoren solcher Bücher als Schreiber zweiter Klasse zu definieren.