Standardabsagen

Im Augenblick stöbere ich viel zu viel in Autorenblogs, aber was wäre der gemeine Autor ohne das Internet und die Prokrastination? Heute fiel mir dabei ein Artikel von Carrie Vaughn ins Auge (Autorn der Kitty-Reihe – großartige Bücher :) ) bei dem ich doch stutzen musste. Man siehe hier: http://carriev.wordpress.com/2011/02/27/some-things-never-change/
Was mich daran stutzen liess war nicht die Tatsache, dass amerikanische Magazine (einen Hinweis auf Verlage habe ich nicht gefunden) bei Absagen auf standarisierte Formblätter zurückgreifen. Es waren vielmehr die Vorlagen für die Antworten. “In English next time, please!” und “Oak board delivery – try not to hit us over the head with your theme.” Beim ersten Lesen fand ich das witzig, aber dann habe ich mich gefragt, wie so eine Antwort auf einen Autor wirken muss, der hoffnungsfroh irgendwo etwas einschickt und dann gesagt bekommt “Wat? Wat willst du denn?”
Unter Nachwuchsautoren ist man mittlerweile ja schon froh, wenn man keine standarisierte Absage von Verlagen und Agenturen bekommt, sondern so etwas wie ein Begründung dabei liegt (zu lang, falsches Thema, wir mögen keine Milchbrötchen). Ich hoffe nur, dass solche Formblätter nicht auch in Deutschland Schule machen :(

12 Dinge über Autoren

Seanan McGuire, eine absolut brilliante Urban Fantasy Autorin (wer es noch nicht getan hat, sollte ihre Toby Daye Reihe lesen :) ) hat eine wunderschöne Liste zum Thema “12 Dinge, die man über Autoren wissen sollte” zusammengestellt. Das Original findet man hier: http://seanan-mcguire.livejournal.com/323570.html
Ich versuche mich mal an einer Übersetzung bzw. kurzen Zusammenfassung ins Deutsche ;) (Merke: Das da nix meine Liste, das da von Seanan McGuire!)

12. Einen Autor, der gerade ein Buch veröffentlich hat bzw. kurz vor der Veröffentlichung seines Buches steht, zu fragen “Wann kommt denn das Nächste?” ist, als würde man eine schwangere Frau im neunten Monat fragen “Wann kommt denn das Nächste?” Nur, dass der Autor nicht im neunten Monat schwanger ist und dir daher höchstwahrscheinlich eine runterhauen wird.

11. Die meisten Autoren wissen nicht, wo ihre Ideen herkommen. Was nicht bedeutet, dass man sie nicht danach fragen könnte. Da wir es selbst nicht wissen, wird die Antwort aber meist eine Lüge sein.

10. Nein, der nette Autor, den du im Bus kennengelernt hast, wird dein Manuskript nicht lesen. Es tut mir leid. Aber der nette Zahnarzt den du im Bus kennengelernt hast, wird dir deine Zähne auch nicht umsonst saubermachen.

9. Ein Autor ist kurz vor der Deadline leicht neurotisch, leicht obsessiv, leicht hysterisch, leicht depressiv und leicht verrückt. Manchmal leidet er nur an einem dieser Symptome, manchmal an allen fünf. Anstupsen und rausfinden, was davon zutrifft, geschieht auf eigenes Risiko.

8. Die meisten Autoren schreiben in einem bestimmten Genre, weil sie es lieben. Einem Romance Autor zu sagen, er/sie sollte mal ein richtiges Buch schreiben ist ein sehr guter Weg um herauszufinden, wie schwer die Tasche oder Handtasche dieses Romance Autors wirklich ist.

7. I would do anything for love, but I won’t do that. (Schönes Lied ;) Anmerkung Keri) Ich würde alles für Liebe tun, nur das nicht. Allerdings würde ich das zur Recherche tun, denn Recherche ist absetzbar.

6. Autoren, die sagen “Ich bleibe Freitag Abend zu Hause um zu schreiben” meinen damit nicht “Ich bin einsam, bitte rette mich vor mir selbst.” Sie meinen damit “Ich bleibe Freitag Abend zu Hause um zu schreiben”. Das gilt umso mehr für Autoren mit einem Vollzeitjob.

5. Jeder, der sagt Schreiben ist keine Arbeit, sollte eine 300-Seiten Manuskript in unter einem Monat überarbeiten. Oh, und es muss danach besser sein als vorher. Wenn du das geschafft hast, kannst du über das Schreiben sagen, was du willst.

4. Autoren tendieren dazu sehr vorsichtig mit ihren Finanzen umzugehen, weil es für sie keine Garantie gibt, wann genau der nächste Gehaltsscheck kommt. Das macht sie so gefährlich in Heimwerkermärkten o.ä.

3. Man sollte sich einem arbeitenden Autor nicht mit den Worten “Erfreut Sie kennenzulernen. Ich habe Ihr letztes Buch gelesen und es war scheisse”, vorstellen. Falls das doch passiert sollte man mit “Ebenfalls erfreut Sie kennenzulernen. Ich hoffe, sie haben eine gute Krankenversicherung” als Antwort rechnen.

2. Alles könnte in einem Buch auftauchen. Alles. Ja, selbst das. Nein, wir versuchen nicht fies zu sein. So arbeitet unser Gehirn nun einmal.

1. Autoren schreiben, weil wir es müssen. So sind wir nun einmal gestrickt. Also bitte vergebt uns diese Freitag Abende, einverstanden?

Genre, Genre, du musst wandern…

Vor kurzem hat mich eine Autorenkollegin, nachdem ich ihr erzählte, dass ich an meinem Urban Fantasy Projekt schreibe, erstaunt gefragt: “Urban Fantasy? Ich dachte, du schreibst Paranormal Romance?”
Woraufhin ich doch ins Grübeln kam. Als ich vor knapp sechs Jahren mit meinem ersten Roman loslegte, wusste ich nur: “Ich will sowas witziges wie Prattchet schreiben, und so hintergründig wie Gaiman und so sexy wie Villefranche und das alles in einer großen Stadt – yeehaw!”
Dass Neil Gaiman beispielsweise mit einer der ersten “Urban Fantasy” Autoren war (auch wenn das damals noch nicht so hiess), wusste ich damals nicht und in meiner Naivität hätte ich damit wahrscheinlich auch nicht viel anfangen können.
Urban Fantasy war eine Neuerung – eigentlich bezeichnet das jede Art von Fantasy, die in einer Stadt spielt, aber es wurde schnell zum Schlagwort für fantastische Themen in modernem Setting.
Nachdem die Urban Fantasy sich durch diverse Beststeller in den Buchhandlungsregalen etabliert hat (Harry Potter, Twilight etc.) begannen die ersten Subgenre zu spriessen. Allen voran die Paranormal Romance, gerne auch als Romantasy verunglimpft/gehätschelt.
Viele viele Genres – wer soll da noch durchblicken? Und vor allem, sind sie wirklich nötig? Gerade die Frage, wo der Liebesroman mit paranormalem Hintergrund anfängt und wo Fantasy aufhört steht immer wieder im Raum.
In Darkstar’s Fantasy Blog gibt es eine sehr interessante und spannende Diskussion dazu: http://www.fantasy-news.com/2010/11/29/urban-fantasy-romantasy-paranormal-romance/
Olga Krouk hat dazu auch ein Interview geführt: http://www.fantasy-news.com/2011/02/12/paranormal-romance-interview-mit-anja-arendt-lyx/
Meine zwei Cent dazu: Als Autor möchte ich mich ungern in ein Genre pressen lassen. Das heisst nicht, dass ich nicht in eine bestimmte Richtung schreibe, aber ich versuche, mich nie zu sehr von den fiktiven Gesetzen dieser ganzen Subgenres einengen zu lassen. Sie können Hilfslinien sein, aber auf keinen Fall das Buch bestimmen.
Im Endeffekt möchte ich nur eines: Den Leser mit einer witzigen, hintergründigen, sexy Geschichte unterhalten :)

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