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Um es mit den Worten der fiktiven Autorin Jaquelin zu sagen: Es ist niemals einfach DIE Idee da. Eine Geschichte besteht aus vielen kleinen Ideen und man muss diesen kleinen Mistdingern mit der Gabel hinterher rennen und sie aufspiessen, damit sie da bleiben.
Jaqueline hat recht. Es wäre schön, wenn irgendwann eine kleine Muse zu einem geflogen kommt und einem mit irhem magischen Musenstab eins überzieht, bis man die Ideen wie Sterne vor einem aufblitzen sieht. Mit Musen verhält es sich aber wie mit den meisten magischen Wesen: sie lassen sich höchst selten und wenn, dann auch nur sehr kurz blicken.
Also heisst es meist, selbst ist die Frau. Wenn einen tatsächlich Inspiration trifft, ist das ein tolles Gefühl, aber da Musen, wie bereits erwähnt, kleine Zicken sind, muss man ihnen ein wenig auf die Sprünge helfen. Man kann „Ideen kriegen“ lernen.
Wichtig dabei ist, sehr aufmerksam zu beobachten und sich nicht selbst durch denken im Weg zu stehen. Beispiel: Vor kurzem fuhr ich nachts mit der Bahn durch das Ruhrgebiet. Die Bahn war relativ leer, bis auf mich sassen noch zwei schwarzgekleidete Gestalten mit umgedrehten Kreuzen um den Hals und einem, mit dem Edding entworfenem Make up im Gesicht. Ich liess meine Gedanken einfach schweifen und hört im Hinterkopf ein Stimmchen, das sagte: „Wenn man dem Klischee folgen würde, würden die beiden dich an der nächsten Haltestelle verschleppen, zum nächsten Friedhof schleifen und dir dort die Kehle durschneiden.“ Beim Blick aus dem Fenster fuhr das Stimmchen fort: „Würd ja auch passen, immerhin ist Vollmond.“
Und plötzlich hatte ich das Bild eines satanistischen Serienkillers vor Augen, der versehentlich an eine Werwölfin gerät und…naja.
Die Idee ist nicht sonderlich originell oder großartig aber für mich war sie ein Ausgangsgerüst, das ich weitersponn und aus dem mittlerweile ein kleiner Erzählstrang in meinem neuen Projekt geworden ist.
Es sind häufig zwei Ideen kombiniert zu einer, die die „große“ Idee ausmachen, also die, aus der man einen ganzen Plot spinnen kann (den man natürlich zwischendrin mit all den benannten kleinen Mistviechern füllen muss…). Wichtig ist einfach, seinen Kopf frei zu halten für die abstrusesten Kombinationen. Da kann viel Mist darunter sein (wird es auch, aber wenigstens konnte man mal wieder lachen) aber manchmal auch the next best thing.
Meine Lieblingsbeispiele für abstruse Ideenkombinationen:
Carrie Vaughn und ihre „Kitty“ Reihe: die Geschichte einer modernen Werwölfin, die eine Seelsorge-Radioshow für übernatürliche Wesen im Radio moderiert.
Dylan Meconiss Webcomic „Bite me“: Was machen Vampire und Werwölfe zur französischen Revolution? (http://www.bitemecomic.com)
Und mein all time favorite: Vier Schildkröten, die durch atomaren Abfall zu Menschengröße mutieren und, ausgebildet von einer ebenfalls mutierten Ratte, als Ninja-Kämpfer die Welt retten. Mal ehrlich, dagegen klingen Satanistenfressende Werwölfe doch ganz artig, oder?
Für jemanden, der mit Technik und derlei Dinge wenig am hut hat, bin ich doch ein zu leichtes Opfer für Internetspielereien. Angefangen bei so schönen Sachen wie Twitter, geht es nahtlos weiter über jedes Widget, das ich finden kann bis hin zur Königsdiszipiln: dem Blog.
Aus dem Grund also ein neues Blog, diesmal wirklich und absolut nur rund ums Thema schreiben (und ein oder zwei kleinere Einwürfe privater Natur
)
Ich hoffe einfach mal, daß ich es nicht wegen Inaktivität sterben lasse, aber ich versuche, mindestens einmal die Woche Piep zu sagen.
